Mittwoch, 4. Februar 2009

Grüß Gott, Benedikt XVI.

Kleider machen Leute und stärken das Ego. Schon bei den Nazis sollte das schwarze Halstuch bei der Hitlerjugend für das Wir-Gefühl sorgen. Man kann den Gedanken noch dahin gehend vertiefen, dass alle Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer verkleiden, mit Vorsicht zu genießen sind. (Schutzkleidung für Beruf und Sport ausgenommen.)

Nehmen wir zum Beispiel den Nadelstreifen-Anzug des Investment-Bankers, der förmlich um Seriösität bettelt. Die richterliche Robe soll Würde vermitteln. Tut sie das? Die Generalsuniformen auf dem ganzen Globus mit Biesen, Lampassen und dem vollständigen Programm mit Orden und Lametta sind Ausdruck männlicher Eitelkeit und pfauen- und geckenhaft. Der Hauptmann von Köpenick lässt grüßen.

Aber Achtung! Mit der „Ver“-kleidung verfügt der Träger oftmals auch über Macht. Man denke an den Polizisten in Uniform, der die Staatsmacht symbolisiert. 

Ganz schlimm wird es bei den Repräsentanten der Kirche, die fast immer „uniformiert“ durch die Gegend stolzieren. Da ist das kleine dicke Mönchlein in der braunen Kutte, die Nonnen in ihren unpraktischen Pinguinkostümen, die schwarz gekleideten Priester mit ihrem weißen Collarkragen oder deren Brüder im Amte in ihren prächtigen traditionellen Messgewändern.

Aber die Herrscher über die schwarze Priesterschar, die Bischöfe und Kardinäle, präsentieren sich bei Messfeiern protzig in vollem Ornat mit violetter oder schwarzer Soutane, darunter trägt der klerikale Gentleman Alge, Zingulum, Stola und Kasel. In der Hand trägt er den Bischofsstab, der ihn als Schäfer seiner Herde ausweist.

Der absolute Wahnsinn ist jedoch der Aufwand, den der Vaktikan mit der Bekleidung des stellvertreter Gottes auf Erden betreibt. Alle Klamotten, die der Unfehlbare trägt, sind noch protziger als bei den Bischöfen und Kardinälen. Und sein Dienstwagen ist keine einfache „Stretch-Limo“, sondern ein „Papamobil“.

Vorsicht bei soviel Verkleidung. Wenn der Papst bei YouTube oder TV auf Werbetour ist, sollten Sie das Gerät schnellstens ausschalten. Denn dieser konservative Papst will, so glaube ich, die Kirche zurück in die Vergangenheit führen und zerschlägt dabei jede Menge Porzellan. Viele Kirchenaustritte werden folgen. Die Schäflein lassen sich nicht mehr alles bieten.

Am 16. April 1941, seinem 14. Geburtstag, tritt Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., der Hitlerjugend bei und darf stolz das schwarze Halstuch der HJ tragen. Als Papst zieht er die weisse Soutane, Mitra und rote Schuhe vor.

Hiermit rufe ich dem Papst zu: „Grüß Gott!“

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