Robert Gilbert schrieb 1950 ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel „Meckern ist wichtig, nett sein kann jeder”. Seitdem die Finanz- und Wirtschaftskrise uns alle im Griff hat, ist nichts mehr so wie früher, als man noch in den Kategorien Gute und Böse dachte. Da waren auf der einen Seite die bösen Kommunisten in Bolivien, Kuba und der Sowjetunion sowie das schrecklich erfolgreiche „rote“ China mit seinem Staatskapitalismus. Auf der anderen Seite standen die guten Protagonisten der freien Marktwirtschaft, die Kapitalisten, die gebetsmühlenhaft – wie Westerwelle –dem Staat rieten, die Finger aus der Wirtschaft herauszuhalten, weil der freie Markt alles wie von Geisterhand alleine regeln würde: „Alles wird gut!“
Jetzt, nach der Wirtschaftskrise läuft alles anders, neue Regeln bestimmen das Spiel. Die verzockten Milliarden – Dollar & Euro – der ach so seriösen Banker wurden einfach sozialisiert. Die verspielten Billionen bezahlen dann eben in Zukunft die Steuerbürger, Banken werden teilweise verstaatlicht und ganze Wirtschaftszweige wie die Automobil- und Luftfahrtindustrie werden subventioniert.
Aber Geld und Moral passen nicht zusammen: Geld verdirbt den Charakter!
Echte Kapitalisten haben nichts aus der Finanzkrise gelernt. Beispiel: Siemens-Chef Peter Löscher verdiente im vergangenen Jahr 9,8 Millionen Euro. Sein Vorgänger erhielt nur die Hälfte.
Obwohl sich der Wert der Siemensaktie im letzten Jahr halbiert hat, und der Konzern wegen der Korruptionsaffäre in Deutschland und den USA eine Strafe von 1,2 Milliarden Euro zahlen musste, genehmigte sich der Siemens-Aufsichtsratchef Gerhard Cromme einen Zuschlag auf seine Bezüge von 157 Prozent... Hat die Elite der deutschen Manager, die Ackermänner & Zumwinkels aus der Finanz- und Wirtschaftskrise etwas gelernt? Man kann sich garnicht genug aufregen, deshalb: „Meckern ist wichtig!“
1 Kommentar:
Herr Liss, Sie sind brillant!
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